Kategorie: Notizen
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Vertrauen ist Vorurteil
Vertrauen gilt oft als Tugend – dabei ist es nichts als ein vorweggenommenes Urteil, ein wohlwollender Verzicht auf Prüfung. In diesem Text wird die scheinbare Reinheit des Vertrauens entlarvt: als bequemes Vorurteil, das sich lieber täuscht, als genau hinzusehen. Ein scharfer Blick auf das, was wir zu wissen glauben
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Eitelkeit – Die Trennung des Menschen von seiner Schöpfkraft
Wenn der Mensch eitel wird, verliert er den Zugang zu jenem schöpferischen Ursprung, der nicht aus ihm, sondern durch ihn spricht. Dieser Text spürt der verborgenen Trennung nach, die entsteht, wenn der Schöpfer sich selbst applaudiert.
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Vom Unterschied zum Oberschied
Nicht alles, was verschieden ist, steht nebeneinander. Manches steht darüber. Dieser Essay führt ein fast vergessenes Wort wieder ein: den Oberschied – das Maß der Höhe, das über bloßen Vergleich hinausführt. Eine Einladung, Rang nicht als Macht zu verstehen, sondern als Einsicht in das Wesentliche.
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Das Kind als Schöpfer – Pädagogik als Gottesdienst
Man kann ein Kind unterrichten wie ein Fach – oder ehren wie ein Wunder. Dieser Text ist ein leiser Lobgesang auf die Pädagogik als Kunst des Vertrauens. Ein Gottesdienst an das Werden – und an jene Fragen, die uns lehren zu lauschen.
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Mutmaßungen
Ein flüchtiger Gedanke, ein Kater auf dem Fensterbrett, ein doppelter Boden: In dieser Miniatur geht es um die Kunst des Mutmaßens – als tastende Bewegung zwischen Ahnung und Erkenntnis.
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Die Konferenz der Früchte
Ein Obstsalat wird zubereitet – doch was sich da in der Schale versammelt, ist mehr als bloß geschnittenes Obst. Ein sportjournalistischer Bericht entlarvt das kulinarische Geschehen als dramatische Konferenz der Aromen, ein taktisches Kräftespiel zwischen Banane und Kiwi, Limette und Mango.
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Kurzatmige Wahrheiten
In dieser Liste begegnen wir Dackeln, Zinnsoldaten und Schatten, die nicht lügen können, weil ihre Beine zu kurz sind, um sich davonzumachen. Alles bleibt sichtbar, greifbar, beinahe kindlich verlässlich. Wer hier liest, tritt ein in ein kleines Panoptikum der Wahrhaftigkeit – eigenwillig, verspielt und von jener eigentümlichen Strenge, die nur der Wirklichkeit zukommt.
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Betrachtungen der UR-Sache
Diese Schrift gräbt nach dem Ursprung dessen, was und woraus geschöpft wurde – und findet keine Substanz, sondern eine Haltung: Aufmerksamkeit, Maß und Milde als Werkzeuge der Schöpfung. Zwischen Vorratskammer des Möglichen und dem ersten geglückten Wort entfaltet sich eine Grammatik des Anfangs – tastend, poetisch und voller leiser Unterscheidung.
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Das Schnüffeln der Spitzmaus
Ihr nervöses Schnüffeln ist mehr als ein Reflex – es ist der zitternde Ausdruck eines tief verankerten Urtriebes: Neugier. Nicht aus Wissensdurst, sondern aus Existenznotwendigkeit fragt dieses kleine Wesen die Welt ab, Atemzug für Atemzug.
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Geh‘ in Liebe!
Ein poetischer Abschied vom alten Gott: Der Mensch spricht zu Jahve, nicht mit Trotz, sondern mit Mitgefühl. Eine zärtliche, zugleich entschlossene Einladung, das Ewige loszulassen und in Liebe weiterzugehen.